Wer mit einem Menschen mit ADHS zusammenlebt oder eng verbunden ist, erlebt dessen Alltag oft hautnah mit – die Höhen ebenso wie die Herausforderungen. Vergessene Absprachen, impulsive Reaktionen, emotionale Achterbahnfahrten oder das Gefühl, ständig Strukturen aufrechterhalten zu müssen, können auf Dauer belasten. Gleichzeitig fehlt es Angehörigen häufig an fundiertem Wissen darüber, was ADHS eigentlich ist – und was nicht.
Dieser Workshop richtet sich genau an diese Perspektive: an Menschen, die einen nahestehenden Menschen mit ADHS besser verstehen möchten – fachlich fundiert, praxisnah und ohne Vorwissen vorauszusetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ADHS im Erwachsenenalter.
Gerade im Erwachsenenalter kann ADHS sehr unterschiedliche Gesichter haben. Viele Betroffene haben über Jahre hinweg eigene Strategien entwickelt, um mit ihren Schwierigkeiten umzugehen – manche davon hilfreich, manche eher erschöpfend. Diese vielfältigen Anpassungsleistungen sorgen dafür, dass ADHS bei Erwachsenen oft ganz anders aussieht als das gängige Bild aus der Kindheit, und mitunter erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Auch dieses „vielschichtige Gesicht“ von ADHS im Erwachsenenalter ist Thema des Workshops.
Für wen ist der Workshop geeignet?
Der Workshop richtet sich vorrangig an Angehörige erwachsener Menschen mit ADHS, zum Beispiel:
– Partner:innen von erwachsenen Menschen mit ADHS
– Eltern erwachsener Kinder mit ADHS
– Angehörige und enge Bezugspersonen, die mehr Verständnis für ADHS im Erwachsenenalter entwickeln möchten
– Menschen, die im Umfeld eines (noch) nicht diagnostizierten Verdachtsfalls stehen
Inhalte des Workshops
Im Workshop vermittle ich fundiertes Grundlagenwissen zu ADHS, unter anderem zu:
- Diagnostik – wie eine ADHS-Diagnose zustande kommt und was sie aussagt
- Symptomatik – welche Erscheinungsformen ADHS im Erwachsenenalter im Alltag annehmen kann
- Neurobiologie – was im Gehirn bei ADHS anders funktioniert
- Aktuelles Verständnis und Neurodiversität – weg von einem rein defizitorientierten Verständnis, hin zu einem Verständnis von ADHS als einer von mehreren natürlichen Formen menschlicher Informationsverarbeitung
- Folgeprobleme – welche psychischen und sozialen Belastungen häufig mit ADHS einhergehen
- Ressourcen und Stärken – welche Potenziale mit ADHS verbunden sein können
- Bewältigungsmöglichkeiten – wie ein konstruktiver Umgang im Alltag und in der Beziehung gelingen kann
Die neurodiverse Perspektive zieht sich als roter Faden durch den gesamten Workshop: ADHS wird nicht nur als Abweichung von einer Norm betrachtet, sondern als eigene Art des Denkens, Fühlens und Handelns – mit spezifischen Herausforderungen, aber auch mit eigenen Stärken. Dieses Verständnis soll Angehörigen helfen, das Verhalten ihrer nahestehenden Person mit ADHS weniger zu bewerten und stattdessen besser einzuordnen.
Mein fachlicher Hintergrund
Als Psychologische Psychotherapeutin und Klinische Neuropsychologin arbeite ich seit Jahren schwerpunktmäßig mit Menschen mit ADHS und begleite auch deren Angehörige. Der Workshop verbindet wissenschaftlich fundiertes Wissen mit meiner praktischen Erfahrung aus der therapeutischen Arbeit – verständlich aufbereitet und mit Raum für Ihre konkreten Fragen.
Organisatorisches
Der Workshop umfasst zwei Termine à drei Stunden in einer Kleingruppe von maximal 6 Personen. Die Teilnahmegebühr beträgt 250 € pro Person.
Kontakt
Bei Interesse freue ich mich über Ihre Anmeldung bzw. Kontaktaufnahme. Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an kontakt@lehmann-therapie-muenster.de oder rufen Sie mich unter 0251-53953015 an. Meine telefonischen Sprechzeiten sind dienstags von 9:00 bis 11:00 Uhr.